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Hiermit fing alles an:
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Familienbande: 2x Mi51
(hinten, links mit Klarsichtdeckel), 1xMi53 (rechts)
Die ersten Miniatur Drahtton-Aufnahme Geräte kamen
1951 auf den Markt und trugen schlicht den Namen „minifon“.
Sie wurden
gefertigt und verkauft von der Firma Monske&Co / Hannover.
Ab 1953 übernahm die Protona GmbH die Produktion des Mi51.
Um das Jahr 1953
flossen einige, zumeist äußerliche, Änderungen in das minifon ein.
Diese
Änderungen führten nicht zu einem neuen minifon – Modell, weshalb auch wohl
keine neue Modellbezeichnung erforderlich wurde.
Eine differenzierende Modellbezeichnung wurde erst später, vor allem von
Sammlern, vermisst.
Analog der Modellbezeichnung P55, wofür wohl das „P“ für
„PROTONA“ und „55“ für das Erscheinungsjahr stand,
werden heute das „Ur“-minifon
„Mi51“ und die ab 1953 überarbeiteten Modelle „Mi53“ genannt.
Diese schwammige Bezeichnung hat mich viel Lehrgeld gekostet und ich hoffe, mit
diesem Kapitel Licht in dieses Verwirrspiel bringen zu können.
Die späteren
völlig neu entwickelten Modelle trugen ab 1955 alle eine eigene, abgrenzende
Modellbezeichnung (P55, special, attaché, hi-fi, hi-fi 2,4, und office).
Bei den minifon Mi51, spätere Geräte als Mi53 bezeichnet, gab es in der
Produktionszeit von 1951 bis 1955 mehrere Evolutionsstufen.
Der wichtigste
Entwicklungsschritt erfolgte 1953 beim Wechsel der Monske & Co (Hannover) zur
Protona AG (Hamburg).
Zur Differenzierung der minifon Baureihen bietet sich dieser Wechsel zu einer
Unterscheidung im Namen von Mi51 und Mi53 an.
| Mi51 | Mi53 | |
| Produktion | 1951 bis 1953 von Monske & Co |
1953 bis 1955 von Protona AG |
| Gehäusedeckel | Schraubbefestigung Rändelschraube, bedruckt „Monske&Co" keine Beschriftung |
Bajonettverschluss Beschriftung aller Funktionen |
| Vorratsspule | schlichtes Drehteil ohne Oberflächenstruktur | mit Fadenklemmung, Beschriftung |
| Antriebsbatterie | 2 x 4,5V in geteilten Batteriefächern | 12V Batterie oder mini-accu |
| Löschmagnet |
nur bei abgenommenem Gehäusedeckel zugänglich |
von außen einschwenkbar |
| Chassis-Trägerplatte | glatte Oberflächenstruktur | „punktierte“ Oberflächenstruktur |
| Betriebskontrolle | keine Einsicht von außen | Einsicht von außen |
| Antriebsbatterie-Anschluss | an der Längsseite des Gehäuses | Einbuchtung an der unteren Schmalseite des Gehäuses |
| Drehzahlregelung | Fliehkraftregelung mechanisch |
elektromechanisch |
minifon Mi51 weiß
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Das Mi51 hat eine glatte
Laufwerksabdeckung.
Die große Draht aufnehmende Spule ist nicht poliert.
Die Vorratsspule ist ein
schlichtes Drehteil. Sie hat keine „Fadenklemmung“, keine Musterung und kein
Label für Aufnahmekapazität und Beschriftung.
Die Bedienung des Löschmagneten kann nur bei abgenommenem Gerätedeckel erfolgen,
da es keinen Durchbruch in diesem gibt.
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Keine Geheimnisse: Ein durchsichtiger Gerätedeckel
gibt den Blick frei auf die feinmechanische Meisterleistung in Funktion.
Zu
erkennen ist das geteilte Batteriefach mit dem Mittelsteg für das 9
Volt Modell mit zwei in Reihe geschalteten 4,5V Antriebsbatterien.
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Das Mi51 mit eingelegten Antriebsbatterien mit
„MINIFON“-Label.
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Mi53.3
Der Spulenkörper ist ein einfaches Drehteil ohne
Aufkleber.
Die Aufbewahrungs-Döschen
waren schraubbar und aus einem schwarzen Kunststoff, dem Bakelit sehr ähnlich.
Die Döschen haben ein Label zur Beschriftung und eine blau gestempelte „1“.
Diese „1“ steht für eine Vorratsspule für einen Tondraht mit einer
Aufnahmekapazität von einer Stunde!
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Stecker statt Schalter: Sie
sind im Durchmesser leider etwas kleiner als die heute verwendeten
6,3mm-Klinkenstecker.
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Im
Nachhinein ist die Sache ja klar: Langer Stecker für Wiedergabe, kurzer Stecker
für Aufnahme.
Das spart den Aufnahme-/Wiedergabeschalter.
Aber darauf
muss man erst einmal kommen!
Lang für Hörer,
Stethoset, kurz für Mikrofon, Uhr u.a.. Aufnahme- und Wiedergabestärke teilen
sich den einzigen Drehregler.
Gelöscht wurde mittels eines schwenkbaren
Dauermagneten.
Dabei war schnelles Löschen im Rückspulgang oder unmittelbar vor
der neuen Aufnahme möglich.
Außer eines kleinen runden Fensterchens, mit dem die
Funktion kontrolliert werden konnte, waren dieses die einzigen
Bendienungselemente.
Vorteilhaft auch für die "blinde" Bedienung in der
Jackentasche.
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Der Löschmagnet (Dauermagnet)
ist eingeschwenkt und berührt mit der Kopfseite den Draht.
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Mi53.1
Die
Deckelbefestigung für den durchsichtigen wie für den weißen Deckel bildet eine
lange Schraube mit Kunststoffrändelrad und kein 45Grad Drehknopf.
Dieses
Rändelrad trägt die Aufschrift: MONSKE & CO.
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Mi53.6
Schöner wohnen: In dieser schönen
Schatulle ist das Zubehör für das Mi51 untergebracht:
ein Stethohörer mit
verdrillter Zwillingslitze, zwei Vorratsspulen in schwarzen (!)
Kunststoff-/Bakelit-Schraubdosen,
ein Kristallmikrofon (wahrscheinlich original
minifon), sowie ein schwarzes Netzteil mit einem formschönen schwarzen
Netzstecker.
Mi51 in schwarzem Gehäuse
Ein sehr seltenes Mi51 in schwarzem Gehäuse
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Mi51 schwarz1
Wie bei dem weißen Mi51 ist auch bei diesem schwarzen Gerät besteht die Deckelbefestigung aus einer langen Schraube mit Kunststoffrändelrad
statt eines 45Grad Drehknopfes wie später beim Mi53. Dieses Rändelrad trägt die
Aufschrift: MONSKE & CO.
Bei der Geschwindigkeitsregelung handelt es sich um
eine Fliehkraftregelung.
Anders als bei der Regelung auf einen elektrischen
Kontakt wirkt hier die Fliehkraft rein mechanisch auf eine Bremse.
Ist die
Drehzahl zu hoch, wird der Antriebsmotor abgebremst,
- ist die Drehzahl zu
niedrig, verringert sich die Bremskraft und der Motor kann seine Drehzahl
erhöhen,
bis er wieder abgebremst wird und sich das Spiel in unendlicher Folge
wiederholt.
Mi51 schwarz 2
Einen schönen Farbtupfer
bilden die blau/gelben Antriebsbatterien in dem ansonsten auch edel wirkenden
schwarz oder metallsilbernen minifon.
Mi51 schwarz 3
Als stammten sie aus Designer-Hand, die (meines Erachtens) schönsten
Antriebsbatterien.
Sie sind speziell für minifon Protona gelabelt, es ist mir nicht bekannt, ob
diese Bauform auch in anderen Geräten eingesetzt wurde.
minifon Mi53
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Mi51.1
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Mi51.2
Bei diesem Mi53
ist der Gerätedeckel in rot bzw. schwarz in englischer Sprache bedruckt.
Der
Permanent-Magnet kann von außen zum Löschen gegen den Draht geschwenkt werden.
Beim Mi51 ist es nötig, hierzu den Gerätedeckel abzunehmen.
Die runde Öffnung,
im Bild oben links zu sehen, ermöglicht es, den mechanischen Lauf des Mi53 zu
kontrollieren.
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Mi51.7.1
Das rote „Geiss - America"
Logo trugen von Amerika importierte minifon Mi53.
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Dieses Bild zeigt eine spätere
12 Volt Version des Mi53, erkennbar an dem großen ungeteilten Batteriefach für
die Antriebsbatterie.
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Mi51.5
Liebevolles Detail: Der
Textilstreifen im Batteriefach zur leichteren Entnahme der verbrauchten
Batterie.
An dem getrübten Glas zu
erkennen: diese Röhre hat „Luft gezogen".
Derartige Miniaturröhren fanden auch
in Hörgeräten Verwendung.
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Mi51.7
Bedient wurde das Mi53 nur
durch einen einzigen Knopf:
-> ziehen = schneller Rücklauf,
-> drücken =
Normallauf (Aufnahme bzw. Wiedergabe).
Gelöscht wurde mittels eines
schwenkbaren Dauermagneten (im Bild oben links).
Dabei war schnelles Löschen im
Rückspulgang oder unmittelbar vor der neuen Aufnahme möglich.
Einknopfbedienung durch unterschiedlich lange Stecker:
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Die
Stecker für „Aufnahme“ sind kürzer als die Stecker für „Wiedergabe“
-> kurz
für Aufnahme durch Mikrofon, Uhr etc.
-> lang
für Wiedergabe durch Hörer oder Stethoset.
Aufnahme- und Wiedergabestärke teilen sich den einzigen Drehregler.
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Uhrmikrofon
Das für das Mi51 gleichzeitig angebotene „Uhrmikrofon" zeigt von vornherein die
mitgedachte Verwendung für den unauffälligen „Lauschangriff".
Auch die maximale
Aufnahmedauer von 2,5 Stunden (je nach Drahtlänge auf der Vorratsspule)
war gut dazu geeignet.
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Krawattenmikrofon
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Die Zubehörteile, wie das Mikrofon für Hemdenknopf, das Armbanduhr-Mikrofon und
den Telefonadapter,
gepaart mit der sehr langen Aufnahmezeit durch die
Verwendung des Tondrahtes
sowie das geringe Gewicht durch Miniaturisierung,
weisen von Beginn an auch auf den Gebrauch für verdeckte Aufnahmen hin.
Zubehör, welches auch eine Nutzung u. a. als Diktiergerät
erleichtert hätte, fehlte bei dem Mi51/53 eingangs völlig.
Erst bei späteren „minifonen“ kamen Reporter-Mikrofon mit integriertem Schalter, Kehlkopf-Mikrofon und Spezial Flugzeug-Mikrofon hinzu.
Mit diesem
Zubehör war dann auch im Prinzip der Gebrauch als Diktiergerät möglich.
Im Prinzip deshalb, weil das Hin- und
Herspulen des Drahtes, sowie das stetige Wechseln zwischen „Aufnahme- und
Wiedergabe-Stecker“
den kurzfristigen Betrieb sehr erschwerte und deshalb in der
Praxis sehr umständlich war.
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Mi51 Zubehörliste
Zubehörliste für das minifon Mi51/53:
5322 Standard-Mikrofon, Kristallsystem, mit dem man, wenn auch nur leise,
wiedergeben konnte, mit Schlaufe zum Tragen unter der Krawatte
5301
Armbanduhr-Mirkofon
5323 Stethoset
5302 Ohrhörer
5307 Telefonadapter
5312 Tondraht auf Wickelspule
5316 Tondraht in Transport-Behälter
5306
Netzgerät
5319 Anschlusskabel für Autobatterie
5320 Wiedergabekabel für
Radio
5303 Lederetui
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