www.drahtton.de


minifon L- und S-Typen
Übersicht
minifon Zubehör

minifon Bandgeräte

minifon attaché

Bild 275_7345.jpg
273_7345.JPG
1960 brachte die Protona GmbH ein völlig neues Tonaufnahmegerät, das minifon attaché, auf den Markt.

 Bild minifon attache 1.jpg
minifon attaché 1
Das minifon attaché war eines der ersten Kassetten-Tonband-Geräte.
Es war nun, wie auch der Name attaché nahe legt, deutlich als kleinstes Diktiergerät entwickelt.
Es hatte vergleichbare Abmessungen wie das P55.
Das minifon attaché verbindet das Rocktaschenformat der minifon Drahttongeräte mit der Tonband- und der Transistor-Technik.

 Bild minifon attache 2.jpg
minifon attaché 2
Neu ist auch hier wie beim minifon special die Mehrpol-Buchse links.
Die Stromversorgungs- und Schalterbuchse ist auf die rechte Seite und das Einstellrad in die Mitte nach unten gewandert.
Die ersten bespielten Compact-Cassetten wurden 1965 angeboten.
Die minifon attaché–Kassetten waren seit Ende 1959, also rund 5 Jahre früher, zu kaufen.

Bild Vergleich der Kassetten 1.jpg
Vergleich der Kasseten 1
Minifon-Kassette und Compact-Cassette sind einschließlich der Spindel-Öffnungen fast deckungsgleich!
Identisch ist ebenfalls die Bandgeschwindigkeit von 4,25cm/s.
Die wesentlichen Unterschiede sind:
Die Tonbandbreite von 6,35mm und das einseitig offen laufende Band.

Bild Vergleich der Kassetten 2.jpg
Vergleich der Kassetten 2

Da sowohl die Tonköpfe als auch die Bandführung Teil des sehr aufwendig gestalteten (minifon-)Gerätes selber sind,
fallen Material und Fertigungstoleranzen der Kassette wesentlich weniger ins Gewicht.

 Bild minifon attache 3.jpg
minifon attaché 3
Tonbandmaterial wie bei Heimtonbandgeräten mit einer Breite von 6,35mm.

 Bild minifon attache 4.jpg
minifon attaché 4
Die Kassetten mit einer sehr aufwändig gestalteten Bandführung enthalten das gleiche Tonbandmaterial wie Heimtonbandgeräte mit einer Breite von 6,35cm,
wurden jedoch mit einer Bandgeschwindigkeit von 4,25cm/s betrieben.
Kein Vergleich mit der später so erfolgreichen von Philips entwickelten „Compact-Cassette",
deren Band 3,81mm breit ist und sich mit einer Geschwindigkeit von 4,25cm/s bewegt.

 Bild minifon attache 5.jpg
minifon attaché 5
Anstelle von „Schaltfolie“, wie sie für Tonbandmaschinen allgemein verwendet wurde, ist auf das Band der attaché Kassette Leitsilber aufgetragen.

Es sind immer wieder diese Details, die das minfon Sammeln so interessant machen.

 Bild minifon attache 6.jpg
minifon attaché 6
Die sehr wichtige Bandführung direkt an den Tonköpfen sowie der Bandandruck befanden sich nicht wie bei der Compact-Cassette in der Kassette,
sondern waren Bestandteil des attaché-Gerätes.
Die attaché „Schnellwechsel-Kassette" gab es mit 2 mal 6min, 2 mal 15min und 2 mal 30min Spieldauer.

Bild minifon attache 10.jpg
minifon attaché 10
Für unterschiedliche Verwendungszwecke gab es speziell abgestimmtes Bandmaterial in durch Aufdruck und farblich gekennzeichneten Kassetten.

 Bild minifon attache 7.jpg
minifon attaché 7
Dieses ist der zum minifon attaché gehöringe Tischlautsprecher.
Wie alle anderen Tischlautsprecher auch vereinte er drei Funktionen:
Telefon-Aufnahme, Mikrofon-Aufnahme und Lautsprecher-Wiedergabe, die mit einem Schalter ausgewählt werden konnten.
Die Telefon-Aufnahmemöglichkeit besaß das unten folgende Modell im „Rasierapparate“-Design nicht.

Bild minifon attache 8.jpg
minifon attaché 8
Für die Verwendung als Diktiergerät gab es dieses besonders geeignete Mikrofon,
das auch einen Lautsprecher sowie einen Schnellstoppschalter und ein rotes Signallicht für die Aufnahmebereitschaft enthielt.

Diese „Lautsprecher-Mikrofon-Combi“ war bestens für den Gebrauch des attaché als Diktiergerät geeignet.
Nür diese Nutzung des attaché sprachen auch die sehr schnelle Rückspulung,
das dreistellige Bandzählwerk und die Möglichkeit des schnellen Löschens während des Rückspulens.
Komfortabel ist auch besonders das Mithören des besprochenen Bandes beim schnellen Vorlauf.

Bild minifon attache 9.jpg
minifon attaché 9
Dieses Bild ist sehr aufschlussreich, zeigt es doch die Auftragsannahme nach Geschäftsschluss durch Bestellung per Telefon und einen Anrufbeantworter.
Einen großen Anteil an der Verbreitung dieses neuen Bürogerätes hatten die minifon attachés.
Nicht zuletzt deshalb wurden originale attaché-Geräte unter dem Namen Telefunken verkauft!

 

Bild minifon attache 12.jpg
minifon attaché 12
Hannover Messe 1961 im 2. Produktionsjahr des attaché.
Es ist vorbei mit der „Heimlichtuerei“, zumindest zum Teil, das Drahttongerät minifon special gab es ja immer noch.

Bild minifon attache 13.jpg
minifon attaché 13
Auch nach der Garantiezeit taten noch viele attaché lange ihre Arbeit.
Oft sind selbst optisch sehr angegriffene attaché-Geräte mit neuen Antriebsriemen oder Gummirollen ins Leben zurückzuholen.

Bild minifon attache 14.jpg
minifon attaché 14
Auf einen „Bürojob“ weisen auch sauber in Ordern abgeheftete schriftliche Unterlagen hin.

minifon hi-fi

Bild minifon hi-fi 1.jpg
minifon hi-fi 1
Ab 1960 gab es auch das minifon hi-fi, das parallel zum „normalen" attaché für besonders hochwertige Aufnahmen entwickelt und angeboten wurde.

Bild 276_7614.jpg
276_7614
Schon äußerlich unterscheidet sich das minifon hi-fi durch seine goldene Farbe von dem normalen attaché.

Bild minifon hi-fi 2.jpg
minifon hi-fi 2
Die gleiche goldene Farbe schmückt auch das speziell dafür angebotene hi-fi „Hochleistungs-Breitband-Mikrofon“ .
Ähnlichkeiten mit dem in den 50er – 70er Jahren überragenden Mikrofon Sennheiser MD21 sind nicht zufällig.
Während das Sennheiser MD21 in seinem typischen grauen Hammerschlaglack bekannt war und viele Jahre in großer Stückzahl bei Rundfunk und Fernsehen eingesetzt wurde,
trug das minifon „Breitbandmikrofon“ die gleiche edle goldene Farbe wie auch das „Top-Modell“ der attaché–Serie, das minifon hi-fi.

Bild minifon hi-fi 3.jpg
minifon hi-fi 3
Bis auf das fehlende Rückstellrad, zu erkennen an dem weißen Verschluss der Gehäuseöffnung, und der goldenen Farbe, ist äußerlich alles beim Alten.
Das minifon hi-fi wurde auf der Basis speziell selektierter attaché Laufwerke entwickelt.
Um alle möglichen Ursachen der Beeinflussung des Gleichlaufes auszuschließen, verzichtete man auf das Bandzählwerk.
Die Aufnahme- und Wiedergabe-Elektronik wurde modifiziert und auf ein bestimmtes Bandmaterial abgestimmt.

Bild minifon hi-fi 4.jpg
minifon hi-fi 4
Das Ergebnis ist beeindruckend! Protona gibt einen Frequenzgang bis 12000Hz an.
Gleichlaufschwankungen sind hörbar, aber heute aufgrund deformierter Reibräder bzw. Andruckrollen durch lange Standzeit nicht zu hoch zu bewerten.
Hinzu kommt, dass das hi-fi, um seine Klangqualitäten zeigen zu können, an einen externen Wiedergabeverstärker und Lautsprecher,
damals meist an ein Röhrenradio, angeschlossen werden musste.

Bild minifon hi-fi 5.jpg
minifon hi-fi 5
Gut aufeinander abgestimmt und im „Partnerlook“: Das minifon hi-fi und das Hochleistungs-Breitband-Mikrofon.
Auch dieses Mikrofon wurde zusammen mit dem renommierten Mikrofonhersteller Sennheiser entwickelt.
Unter dem Namen Sennheiser wurde es viele Jahre in großer Stückzahl auch im Rundfunk und Fernsehen eingesetzt.

Zubehör für minifon hi-fi


100 Standard-Mikrofon, Kristallsystem, mit dem man, wenn auch nur leise, wiedergeben konnte.
122 Hochleistungs-Breitband-Mikrofon
307 Standard Lautsprecher-Mikrofon Combi
118 Spezial Flugzeug-Mikrofon
105 Armbanduhr-Mikrofon
119 Krawattenmikrofon
106 Kehlkopfmikrofon
111 Telefonadapter
116 Telerecord
108, 109, 110 126 diverse Aufnahme- und Wiedergabe- und Verbindungs -kabel
133 Taschenschalter
101 Stethoset
115 Einohrhörer
304 Tischlautsprecher
323 Radio-combi rc
112 Fuß-Schalter
127 Handschalter
501 Bereitschaftstaschen
502 Tasche Stethoset
517 Schulterhalfter
503 minifon-Koffer
313 Netzanschlussgerät
514a, 514 Autoanschlusskabel
805 mini-accu
134 Versandhülle

minifon hi-fi 2,4

Dieses ist ein recht seltenes minifon hi-fi 2,4, gedacht für sehr spezielle Einsatzzwecke,
wie Datenerfassung, Überwachungsfunktionen, Langzeitaufzeichnung, u. v. mir nicht bekanntes mehr.

Bild minifon hi-fi 2,4 1.jpg
minifon hi-fi 2,4 .1
Aus der Modellbezeichnung ist erkennbar, dass es sich hierbei um ein Kassetten-Gerät mit einer Bandgeschwindigkeit von nur 2,4cm/s auf der Basis eines minifon hi-fi handelt.
Anders als bei dem minifon hi-fi in goldener Lackierung ist das Gehäuse der minifon hi-fi 2,4 wieder im Standard Hammerschlag beige lackiert.

Bild minifon hi-fi 2,4 2.jpg
minifon hi-fi 2,4 .2
Mit einer Bandgeschwindigkeit von 2,4cm/s waren auf einer 2 x 30min-Kassette eine maximale Aufnahmedauer von 2 x 60min möglich.
Bei einer derart geringen Bandgeschwindigkeit ist naturgemäß keine sehr hohe Tonqualität zu erwarten.
Das Einsatzgebiet des 2,4ers ist eher die Erfassung und Dokumentation z.B. von Sitzungsmitschnitten.

minifon (Telefunken) office

Ein letztes und trauriges Kapitel.

Bild 276_7618.jpg
276_7618.JPG
Ein faszinierendes Konzept:
Die winzigkleine Firma Protona minifon
-> entwickelt die weltweit kleinsten Magnettonaufzeichnungsgeräte,
-> setzt als erster Hersteller Transistoren ein,
-> entwickelt eine „Schnellwechsel-Kassette“,
-> verbindet durch diese Kassette das kleine, mobile attaché-Gerät mit dem stationären minifon office,
-> plant ein mehrkanaliges automatisches Diktatsystem auf der Basis eines Anrufbeantworters . . .
. . .doch dazu wird es nicht mehr kommen.
Telefunken übernimmt, minifon stirbt.

Bild minifon office 1.jpg
minifon office 1
Die letzte Geräte-Entwicklung auf der Basis des minifon attaché war das Diktiersystem minifon office.
Der kleine „Bruder“ des minifon office war das minifon attaché.
Als mobiles kleines Bandaufzeichnungsgerät „trug“ es seinem größeren Bruder, dem minifon office, alles Nötige und Wichtige zu,
mit dessen Hilfe im Büro effizient weitergearbeitet werden konnte!

Bild 277_7766.jpg
277_7766.JPG
Es wurde unter dem Telefunken-Logo mit vollständiger Bezeichnung „minifon office“ vertrieben.
Ein von Telefunken selbst entwickeltes Diktiersystem arbeitete mit einer Magnetplatte, in der Regel stationär, mit schlechterer Tonqualität und ungleich kürzerer Aufnahmedauer,
so dass mit dem minifon office System die Marktpalette von Telefunken wesentlich erweitert wurde.

Bild minifon office 2.jpg
minifon office 2
Dieses Bild zeigt die einzigen Steckbuchsen am minifon office, eindeutig zuzuordnen und bedienungssicher.

Bild minifon office 3.jpg
minifon office 3
Dieses ist das letzte mir bekannte Modell eines „Fußschalters“ eines minifon office Diktatsystems.

Bild minifon office 4.jpg
minifon office 4
Der Aufdruck sagt es, dieses Zusatzgerät zum office Diktat System konnte z.B. eingesetzt werden,
um fernmündlich Diktate oder Anweisungen dem Büro oder einer Zeitungsredaktion zukommen zu lassen.
Auch für diesen Einsatz gibt es zum Teil recht interessante alte attaché-Aufnahmen!

Die office-Geräte machen den Eindruck, als seien sie für „die Ewigkeit“ gebaut:
Auffällig ist das enorme Gewicht, wenn man ein office-Gerät anhebt. Dann fällt das massive und steife Vollmetallgehäuse auf.
Ich bin mir sicher, dass, wenn die Geräte keine wesentlichen Fehlfunktionen hatten, (meine funktionieren immer noch einwandfrei),
sie dem harten Büro-Alltag noch viele Jahre nach Produktionseinstellung in so manchem Büro klaglos ihren Dienst verrichten.
(Ich besitze mindestens zwei besprochene attaché Kassetten, deren Aufnahmen sich zweifelsfrei Mitte der 70er Jahre datieren lassen)

 


minifon L- und S-Typen
Übersicht
minifon Zubehör